Schulische Möglichkeiten zur individuellen Förderung von Schülern
Wie weit können Schulen und Lehrkräfte mitwirken?
1.) Lernstände und Begabungen erkennen
Durch Erkennen verschiedener Begabungen und somit verschiedener Potenziale der Schülerinnen und Schüler lässt sich eine individuelle Förderung, gelenkt durch geeignete und pädagogisch verantwortliche Maßnahmen, verwirklichen.
Neben der schulischen Diagnostik sind die von Lehrkräften gemeinsam erstellten Diagnosen über Lernausgangslagen und Lernbedarf, Schullaufbahn- und Förderempfehlungen im Rahmen einer Weiterentwicklung der bisherigen individuellen Lern- und Förderempfehlungen für alle Schülerinnen und Schüler, die Auswahl von Unterrichtsmaterialien zur Diagnostik und Förderung, die Erarbeitung von Strategien passgenauer Förderung und Festlegung von Grundsätzen zu Kooperationsvereinbarungen, sowie die Entwicklung von Instrumenten zur Überprüfung der Wirksamkeit der Diagnostik wichtig, um Lernstände und Begabungen zu erkennen.
Eine erfolgreiche Förderung ist somit von der Vereinbarung entsprechender Ziele zwischen Lehrkräften und dem Gesamtkollegium abhängig.
2.) Entwicklung von Unterrichtsmethoden
Indem Interessen geweckt, individuelle Denkstile herausgefordert und individuelle Lösungswege, wie auch individuelles Lerntempo zugelassen werden, kann das eigenständige Lernen von Schülerinnen und Schülern stärker angeregt werden.
Der gezielte Einsatz verschiedener schüleraktivierender Lernformen durch Methodenkonzepte (wie z.B. Zeiten für Stillarbeit, Zeiten individueller Erarbeitung, Zeiten gemeinsamer Diskussion, Übungszeiten, Anwendung unterschiedlicher Formen der Freiarbeit, oder der Anleitung und Unterstützung selbst gesteuerter Lernorganisationen), muss im fachlichen Lernen intensiver genutzt und stärker eingebunden werden.
Gezielte Erfassung von Lernausgangslage und Lernstand, Entwicklung bestimmter Verfahren und Instrumente der Lernprozessdiagnostik und deren systematische Anwendung, differenziertes handhaben von Rückmeldungen zum Lernen und zu Leistungen, sowie die unterstützende Begleitung und Beratung in der Erarbeitung der Lernprozesse sind ebenfalls wichtig, um die individuelle schulische Entwicklung der Schülerinnen und Schüler zu fördern.
3.) Entwicklung von Materialien
Wichtig ist hierbei die Systematisierung der Aufgabenformate in den verschiedenen Fächern. Fachspezifische Entwicklung diagnostischer Aufgaben, die Aufschluss über Merkmale und Denkstile des Lernprozesses geben, müssen den Fachkollegen zur Verfügung gestellt werden. Für typische Lernschwierigkeiten der unterschiedlichen Fächer müssen Lernprogramme und herausfordernde Selbstlernmaterialien zusammengestellt, entsprechende Lernumgebungen geschaffen, zur Korrektur von Tests und Arbeiten/Klausuren ein transparenter Erwartungshorizont in Hinblick auf neue oder individuelle Lösungen vorbereitet, sowie schulintern festgelegte Materialien zur Lernprogression zusammengestellt werden, die den Vertretungsunterricht sach- fachgerecht unterstützen.
4.) Berufsorientierende Maßnahmen, Eltenarbeit und Beratung durchführen
Möglichkeiten sind z.B. Berufspraktika und Betriebsbesuche in Zusammenarbeit mit regionalen Wirtschaftsunternehmen zu organisieren, den Berufswahlpass und Kompetenzchecks zu nutzen, oder betriebliche Informationstage zu organisieren. Schulen können das Einrichten von Patenschaften (Betriebe vermitteln Wirtschaft in der Schule, Schulen beraten und coachen Schülerinnen und Schüler im Betrieb), die Entwicklung einer Elternschule in Kooperation mit anderen Bildungsträgern (z.B. in Form von VHS Angeboten), oder die gemeinsame Organisation und Durchführung spezieller Förderangebote mit freien Bildungsträgern fördern.
Ebenso kann die Schule in Zusammenarbeit mit außerschulischen Beratungsstellen eine Lebens- und Krisenberatung für Kolleginnen und Kollegen, für Schülerinnen und Schüler und für Eltern organisieren, sowie in Kooperation mit der Jugendhilfe Entwicklungs- und Förderpläne erstellen und umsetzen.