Kritik an schlechtem Mutter-Image
A ß l a r (idea) – Kritik am „schlechten Image“ der Mütter in Deutschland hat die in Österreich lebende Ex-Journalistin und jetzige Vollzeit-Mutter Saskia Barthelmeß (Innsbruck) geübt. Sie schwanke zwischen Traurigkeit und Wut, wenn sie die Diskussionen in Deutschland verfolge. Das Muttersein scheine nicht erstrebenswert. Und falls eine Frau sich doch für Kinder entscheide, dann werde ihr nahegelegt, sie baldmöglichst in eine Betreuungseinrichtung abzugeben.
Das sagte die Mutter zweier Kinder in einem Interview mit der evangelikalen Frauenzeitschrift „Lydia“ (Aßlar bei Wetzlar) Mitte Mai. Barthelmeß ist Autorin des Buchs „Mütter sind (nicht) ganz normal“ (Gerth Medien/Aßlar).
Nach ihren Worten sind in Österreich nicht nur die Sozialleistungen für Familien besser, sondern auch das Image der Mütter. Viele entschieden sich dafür, ihre Zeit ganz den Kindern in den ersten Lebensjahren und der Familie zu widmen. Barthelmeß zufolge wird häufig nicht gesehen, was Mütter nebenher noch alles leisten. Sie brächten sich in der Nachbarschaft ein, in Elternbeiräten, sozialen Einrichtungen und christlichen Gemeinden: „Ich frage mich, wer das alles machen würde, wenn alle Mütter außer Haus arbeiten würden.“ Barthelmeß wünscht sich, dass die Mütter wieder besser von sich selbst denken, weil Gott ihnen eine Aufgabe übertragen habe, die nur sie leisten könnten. „Meinen Job (Journalistin/d. Red.) können viele machen, aber meine Kinder kann nur ich ganz besonders lieben und prägen, weil ich ihre Mutter bin.“
Kinder werden zu früh in fremde Hände gegeben
Frauen werde oft eingeredet, sie müssten alles auf einmal haben, um glücklich zu sein - Partner, Kinder, einen guten Job, viel freie Zeit für Hobbys, einen Wellnessurlaub usw. Barthelmeß: „Aber all diese Bälle in der Luft zu halten, erfordert ein extrem hohes Maß an Energie.“ Darunter litten vor allem die Beziehungen. Kinder würden viel zu früh in fremde Hände gegeben. Frauen fühlten sich zerrissen zwischen den Bedürfnissen ihrer Familie und denen im Beruf. „In Fernsehserien und Werbespots mag das attraktiv erscheinen, aber die Realität sieht oft ganz anders aus“, so Barthelmeß.
Quelle IDEA.de 28.05.08