Eine Schule ist nur so gut wie ihre Lehrer!
Zu kurz gesprungen sind alle Argumente für die Zerschlagung des gegliederten Schulsystems. Gestern Abend bei „Anne Will“ war es wieder mitzuerleben: Wieder mal war das Schimpfwort „Restschule“ zu hören, wieder einmal wurde behauptet, Hauptschüler seien chancenlos, und wieder einmal wurde mit negativen Behauptungen über unsere verschiedenen Schulen für „Gemeinschaftsschulen für alle“ geworben.Und zwei Lehrkräfte zeigten ihre Einstellung zu ihrer Arbeit und ihrer Schule. Ein Lehrer einer Haupt- und Realschule beklagte sich über negatives Image und schlechte Chancen der Hauptschüler. Ob und wie er sich darum bemüht, die Chancen seiner Schüler zu verbessern und ihnen zu besseren Berufsaussichten zu verhelfen, war nicht zu erfahren.
Aber daß das geht, dokumentierte die Schulleiterin der „besten Hauptschule Deutschlands“. Ihre Schule hat den Deutschen Hauptschulpreis 2007 gewonnen, und zwar mit ihrer engagierten und zugewandten Art, Schüler zu motivieren, anzuspornen und bei der Entwicklung ihrer Potentiale zu unterstützen. An diesem Wettbewerb haben sich hunderte Hauptschulen aus dem ganzen Bundesgebiet beteiligt, die allesamt deutlich machen, welche unentbehrliche und erfolgreiche Arbeit an Hauptschulen getan wird, und welche hervorragenden Chancen Schüler von guten Schulen haben und an allen Schulen haben könnten!
Es ist deutlich geworden, was in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen ist: Zum Lernen brauchen Kinder persönliche Beziehungen und Vorbilder, die ihnen Mut machen und sie anspornen. Wenn Lehrkräfte, egal an welcher Schule, den Kopf in den Sand stecken und sich auf Nebenschauplätze und Imagegezeter zurückziehen, also selbst nicht motiviert sind, ist die Schule schlecht, und sie schaden ihren Schülern mit ihrer negativen Einstellung. Wenn Lehrkräfte dagegen gemeinsam ihre Kraft in konkrete Verbesserungen stecken, ihre Schüler aktiv und engagiert unterstützen und sie verständnisvoll und einfühlsam begleiten, fällt kein einziger Schüler aus der Zukunftsschiene heraus, und alle (100 %!) werden auf einen erfolgreichen Weg in die berufliche Zukunft geschickt!
Deshalb fordern wir das Ende der ewigen Strukturdebatte! Laßt uns unsere Schulen und gebt uns engagierte Lehrer! Und laßt unsere Kinder endlich in Ruhe und Frieden lernen!
Essen/Recklinghausen, 15.09.2008
Regine Schwarzhoff (Jurymitglied beim Deutschen Hauptschulpreis)
Quelle: http://elternverein-nrw.de