Schulen sind die tragenden Säulen eines jeden Bildungssystems. In Löhne, Ilmenau und Stuttgart informierte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel über drei verschiedene Schulformen des deutschen Systems. Für die Kanzlerin ist diese Dreiteilung ein Ausdruck von Vielfalt und Qualität.
Ob Hauptschule, Realschule oder Gymnasium – gemeinsam ist allen drei besuchten Schulen die gute Vorbereitung ihrer Schülerinnen und Schüler auf das Berufsleben. Auf ihrer Bildungsreise hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel immer wieder betont, wie wichtig ihr die Übergänge von einer Bildungsstufe in die nächste seien. Denn hier würden die Weichen für den Aufstieg gestellt.
Realschule: Integration durch Sprache und Kultur
Der letzte “Schulbesuch” der Kanzlerin auf ihrer Bildungsreise galt der Realschule Ostheim in Stuttgart. Besonderes Merkmal der Schule: 90 Prozent der rund 300 Schülerinnen und Schüler haben Migrationshintergrund, 50 Prozent besitzen einen ausländischen Pass. Die Herkunftsländer sind vielfältig: von Albanien über Kroatien bis zur Türkei.
Mit dem Literaturprojekt “Unterricht im Dialog” und dem Tanz- und Musikprojekt “jetzt” wollen die Jugendlichen sprachliche und kulturelle Grenzen überwinden. Voller Stolz präsentierten sie der Besucherin aus Berlin ihre Werke aus dem Literaturprojekt. Dort spielen aber nicht nur Gedichte, Dramen oder Romane eine Rolle, auch Comics können besprochen oder produziert werden. Veröffentlicht werden diese zum Beispiel im “Poetischen Kritzel II”, das im Oktober erscheinen soll. Auch der Bundespräsident ist auf das literarische Projekt aufmerksam geworden. Er wird es 19. September in Berlin auszeichnen.
Im Tanz- und Musikprojekt “jetzt” wirken über 100 Jugendliche der Haupt- und Realschule Ostheim und des Geschwister-Scholl-Gymnasiums mit. Die Jugendlichen lernen so, sich über Sprach- und Kulturgrenzen aber auch Schulgrenzen besser zu verstehen. In drei Aufführungen im Sommer dieses Jahres im Stuttgarter Theaterhaus präsentierten sie ihr Projekt.
Leichte Übergänge
Aber nicht nur Sprache und Kultur werden in der Realschule groß geschrieben, auch dem Übergang in die Berufsausbildung wird viel Bedeutung beigemessen. Die Jugendlichen sollen gute Aussichten auf einen guten Beruf haben. Deshalb beteiligt sich die Schule am fächerübergreifenden Projekt “Berufsorientierung in der Realschule”.
Hier erwerben die Jugendlichen themenorientiertes Grundlagenwissen, erproben im Team projektorientiertes Arbeiten und erkunden Betriebe und Arbeitsplätze, beispielsweise im einwöchigen Berufspraktikum.
“Ein begeisterndes Beispiel”, findet die Kanzlerin. Die Durchlässigkeit des Schulsystems sei beeindruckend, ebenso wie die gute Vorbereitung auf eine Ausbildung die Chancen der jungen Männer und Frauen erhöhe.
Gymnasium: Mit Spezialklassen gegen den Fachkräftemangel
Im Goethe-Gymnasium in Ilmenau geht es weniger lyrisch und tänzerisch zu. Hier konzentriert man sich auf die Naturwissenschaften. Rund 80 begabte Schülerinnen und Schüler besuchen die naturwissenschaftlich-mathematischen Spezialklassen des Gymnasiums.
Anhand von Experimenten überzeugte sich Merkel von den Kenntnissen der Jugendlichen. “Was die Schüler können, ist beeindruckend”, befand die Kanzlerin anschließend. Beeindruckend sei aber auch die Motivation der Lehrerinnen und Lehrer.
Bemerkenswert ist auch der hohe Anteil der Mädchen in den Spezialklassen mit rund 50 Prozent. “Das zeigt, dass Mädchen und Jungen die Naturwissenschaften gleichermaßen können”, betonte die Kanzlerin.
Ein Markenzeichen des Gymnasiums sind auch seine engen Kontakte zur Technischen Universität Ilmenau und zu den Unternehmen in der Region. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität gestalten Unterrichtsstunden an der Schule oder geben Berufsorientierungen. Schülerinnen und Schüler hingegen studieren parallel an der Hochschule.
Hier setzt man dem sich abzeichnenden Fachkräftemangel bewusst etwas entgegen, lobte Merkel. Das Beispiel der Goethe-Schule Ilmenau zeige zudem, dass die neuen Bundesländer hierzu in besonderer Weise etwas beitragen könnten.
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Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 9. Oktober 2008
um 04:21 Uhr veröffentlicht und wurde unter
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