Sprachförderung in den Herbstferien
Deutschunterricht am Vormittag und Workshops am Nachmittag
Im Projekt „PROSA – Projektorientierte Sprachförderangebote an Gymnasien in Berlin“ werden innovative Konzepte handlungsorientierter Sprachförderung entwickelt und erprobt, die es Kindern und Jugendlichen nichtdeutscher Herkunftssprache ermöglichen, ihre Kenntnisse in der Fach- und Bildungssprache zu verbessern. Denn nur 12 Prozent der Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund schaffen den Sprung auf ein Gymnasium, demgegenüber sind es bei Kindern deutscher Eltern 28 Prozent. Eine Hochschulzugangsberechtigung erwerben von den deutschen Jugendlichen rund 45 Prozent, während es bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund nur 17 Prozent sind.
PROSA – Projektorientierte Sprachförderangebote an Gymnasien in Berlin
Das Institut für berufliche Bildung und Weiterbildung e.V. (ibbw) führt in Kooperation mit der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung und der Mercator-Stiftung ein Modellprojekt im Berliner Bezirk Neukölln durch, in dem projektorientierte Sprachförderangebote für Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache entwickelt und erprobt werden. Übergeordnetes Ziel des Projektes ist es, die Anzahl der Abiturientinnen und Abiturienten mit Migrationshintergrund zu erhöhen. Dabei setzt das ibbw zum einen auf die Durchführung von Sprachcamps, zum anderen auf Sprachunterricht am Nachmittag und sprachfördernde kulturelle Angebote an Samstagen. Durch die Verknüpfung der Sprachförderung im außerschulischen Bereich mit sprachfördernden Angeboten im Fachunterricht soll eine Verbesserung der Kenntnisse in der Fach- und Bildungssprache erreicht werden. Die einzelnen Maßnahmen und Angebote des Projektes richten sich sowohl an Schülerinnen und Schüler der beteiligten Schulen als auch an Coaches und Lehrkräfte, die im ergänzenden Förderbereich tätig sind.
Zurzeit sind vier Schulen, drei Gymnasien und eine Realschule, mit einem sehr hohen Migrantenanteil am Projekt beteiligt. Weitere Schulen werden in das Projekt aufgenommen.
Die Sprachcamps
In den Osterferien 2008 wurde erstmals ein viertägiges Sprachcamp für Schülerinnen und Schüler der Neuköllner Albert-Schweitzer-, Albrecht-Dürer-, Ernst-Abbe- und Heinrich-Heine-Schule an einem außerschulischen Ort durchgeführt.
Die Ferienkurse sind ganztägig organisiert. Am Vormittag findet der Sprachförderunterricht statt und am Nachmittag stehen Kreativangebote oder Angebote mit lebensweltlichem Bezug im Programm.
Der Entwicklung des Sprachcampkonzepts lag die Leitidee zu Grunde, dass der Spracherwerb und die Verbesserung von Sprachkenntnissen am besten gelingen, wenn Sprechanlässe über interessante Themen geschaffen werden und die Handlung im Medium Sprache erfolgt.
Ein besonderes Anliegen war es, den Sprachunterricht am Vormittag mit dem Freizeitangebot am Nachmittag sinnvoll und sprachfördernd zu verbinden. Strukturell erfolgte die Verknüpfung über Brückenstunden, in denen die Sprachlehrerinnen und -lehrer nach dem Regelunterricht Themen des Workshops aufgriffen und vertieften, indem Workshopaktivitäten vor- bzw. nachbereitet wurden. Die personelle Verknüpfung erfolgte über Sprachförderlehrerinnen und -lehrer, die den Workshop-Leiterinnen und -Leitern assistierten und bei sprachlichen Problemen intervenierten.
Seiten: 1 2